|
.
|
NAME1
|
Beruf
|
Alter
|
|
1
|
Dr.
Dieter Fritz
|
Richter
|
47
|
|
2
|
Christa
Hoppe
|
selbständig
|
60
|
|
3
|
Thomas
Schäfer
|
Dipl.
Ing. Dipl. Kfm
|
38
|
|
4
|
Frederik
Schäfer
|
Student
|
24
|
|
5
|
Ellen
Kessel
|
Bürokaufmann
|
47
|
|
6
|
Thomas
Wehmeyer
|
Rechtsanwalt
|
43
|
|
7
|
Stefanie
Buchmann
|
Wirtschaftsjuristin
|
30
|
|
8
|
Jeanette
Stragies
|
Kunsthistorikerin
|
37
|
|
9
|
Jens
Kessel
|
Unternehmer
|
20
|
|
10
|
Alfred
Fischer
|
Rentner
|
67
|
|
11
|
Kai
Buzilowski
|
IchAG
|
27
|
|
12
|
Rosemarie
Gutsch
|
Journalistin
|
62
|
|
13
|
Jörg
Kessel
|
selbständig
|
46
|
|
14
|
David
Schoof
|
Selbst.Gastronom
|
34
|
|
15
|
Reinhart
Barth
|
Rentner
|
59
|
|
16
|
Ursula
Dehmann
|
Rentnerin
|
68
|
|
17
|
Gerd
Detlef Born
|
Freier
Autor
|
53
|
|
18
|
Wolfgang
Hoppe
|
Fachlehrer
|
55
|
|
19
|
Dieter
Skowron
|
techn.
Angestellter
|
54
|
|
20
|
Peter-Jochen
Kruse
|
Rechtsanwalt
|
76
|
nach oben
1
Präambel
Maintal ist
Bestandteil der Rhein-Main-Region, die zu den wirtschaftlich aufstrebenden
Regionen Deutschlands und Europas gehört. Mit der Ansiedlung der Europäischen
Zentralbank (EZB) im Frankfurter Osten, dem Wachstum der
Dienstleistungsindustrie und der Transport- und Logistikwirtschaft – nicht
zuletzt durch den Ausbau des Frankfurter Flughafens – bieten sich vielseitige
Chancen, die die Stadt mehr als in der Vergangenheit nutzen muss. Wesensmerkmal
liberaler Politik wird sein, dass die Maintalerinnen und Maintaler soweit wie möglich
an der zukünftigen Gestaltung ihrer Stadt beteiligt werden. Deshalb strebt die
FDP an, mit einer größeren Fraktion in die neue Stadtverordnetenversammlung
einzuziehen und mit den Bürgern aktiv Politik für Maintal zu gestalten.
Die abgelaufene Legislaturperiode war geprägt von ständigen
Konflikten zwischen der Stadtverordnetenversammlung und dem Magistrat. Phasen
der Zusammenarbeit zwischen den demokratischen Parteien wurden abgelöst von
Phasen der langwierigen Diskussionen ohne konkrete Ergebnisse. Zu oft wurden
Themen auf die lange Bank geschoben, statt sie im Interesse der Bürger zu
entscheiden. Dieser Stillstand muss endlich überwunden werden.
Stadtverordnetenversammlung und Magistrat müssen endlich wieder die ihnen
zufallenden Aufgaben der Verwaltung, Gestaltung und Entscheidung wahrnehmen.
Ziel der Maintaler FDP ist deshalb, die Stagnation in der Kommunalpolitik durch
eine handlungsfähige Koalition in der Sache zu überwinden.
Maintal ist die zweitgrößte Stadt im Main-Kinzig-Kreis. Die kommunale
Zusammenarbeit zwischen einzelnen Kommunen, wie sie zwischen Maintal und Hanau
angestrebt wird, ist im Sinne eines effektiven Einsatzes von Steuergeldern und
der Nutzung von Synergiepotentialen zu begrüßen. Die FDP fordert die
Ausdehnung dieses Modells auf andere Gemeinden im Kreis und über die
Kreisgrenzen hinaus. Die FDP lehnt allerdings Formen der kommunalen
Zusammenarbeit ab, die dem Ziel einzelner Kommunen, sich aus dem Kreis herauszulösen,
dienen.
Liberale Kommunalpolitik will staatlicher „Regelungswut“ entgegen
wirken und den Bürgerinnen und Bürgern die Freiheit lassen, ihr Leben vor Ort
selbst in die Hand zu nehmen.
Als Folge der dramatischen Verschuldung der öffentlichen Haushalte
gewinnen die traditionellen Werte liberaler Politik Eigenverantwortung und
Gemeinsinn wieder zunehmend an Bedeutung. Bauen wir eine neue Bürgergesellschaft
auf. Mit Menschen, die sich füreinander verantwortlich fühlen. Mit Frauen und
Männern, die nicht zuerst fragen, was der Staat für sie tun kann - sondern die
bereit sind, sich selbst einzusetzen.
Wir, die Freien Demokraten, sind dazu bereit. Und wir werben um Ihr
Vertrauen für die Kandidaten und Kandidatinnen der Liberalen bei der
Kommunalwahl 2006.
2
Finanz-, Wirtschafts- und Haushaltspolitik
2.1
Konsolidierung des städtischen Haushaltes
Der Haushalt
der Stadt Maintal ist seit Jahren geprägt von sinkenden Einnahmen und stetig
zunehmenden Ausgaben. Aufgrund der konjunkturellen schwierigen Lage aber auch
aufgrund von strukturellen Problemen brechen die städtischen Einnahmen aus
Steuern ein. Dagegen steigen die Kosten, z.b. die Kreisumlage weiter an.
Die
nachhaltige Schwäche des Haushaltes der Stadt drückt sich in den mittlerweile
regelmäßig auftretenden Haushaltssperren aus. Diese offenbaren, dass im
Haushalt keinerlei Spielraum ist und bei jeder – i.d.R. zu erwartenden –
Abweichung die Notbremse gezogen werden muss. Die gesetzliche Rücklage ist seit
Jahren auf dem Mindeststand zusammengeschrumpft. Auch hier besteht keinerlei
Spielraum. Das Defizit des Verwaltungshaushaltes kann meist nur durch Zuführungen
aus dem Vermögenshaushalt und einer damit verbundenen Senkung des städtischen
Vermögens verringert werden.
Der
Schuldenstand der Stadt wächst kontinuierlich. Im Haushalt für 2006 sind
insgesamt 36 Mio. Euro Schulden vorgesehen. Dies sind 904 Euro pro Einwohner.
Das bedeutet, dass wir immer mehr auf Pump leben und künftig enorme Lasten aus
Zinsen und Tilgung tragen müssen.
Vor diesem
desolaten Hintergrund muss die grundlegende Sanierung des städtischen
Haushaltes oberste Priorität haben. Maintal kann seine Aufgaben der
Daseinsvorsorge und –fürsorge nur dauerhaft bewältigen, wenn genügend
Finanzmittel zur Verfügung stehen.
Die FDP
fordert, alle Möglichkeiten sparsamer Finanzwirtschaft in der Kommune auszuschöpfen,
Ausgabenkürzungen und Aufgabenkritik haben Vorrang vor Steuer- und Gebührenerhöhungen.
Die Folgekosten kommunaler Investitionsvorhaben - Personal-, Sach-,
Kapitalkosten - sind in besonderem Maße zu beachten. Die FDP spricht sich
jedoch eindeutig dagegen aus, den Haushalt durch weitere Steuer- und Gebührenerhöhungen
zu sanieren. Weder darf der Hebesatz für die Grundsteuer B erhöht werden, noch
dürfen die Bürger durch einen Straßenanliegerbeitrag für die Sanierung ihrer
Strassen zur Kasse gebeten werden.
Die
Liberalen streben für Maintal in der nächsten Legislaturperiode einen
ausgeglichenen Haushalt an, ohne zusätzliche Neuverschuldung. Dies erfordert,
dass auch Standards und Leistungen der Kommune kritisch überprüft werden.
Voraussetzung ist aber auch, dass die Bundes- und Landesregierung nicht weiter
einfach Aufgaben den Kommunen zuweist, ohne für eine ausreichende Finanzierung
zu sorgen.
Bereits in
der abgelaufenen Wahlperiode hat die FDP Maintal in der
Stadtverordnetenversammlung einen strikten Sparkurs verfolgt und sich
gleichzeitig um neue strukturelle Ansätze bemüht, die sich regelmäßig in
einer Vielzahl von Änderungsanträgen zu den jeweiligen Haushalten von 2002 bis
2006 niedergeschlagen haben. Im Rahmen des Haushaltssanierungskonzeptes 2004
konnten Einsparungen von 800.000 Euro umgesetzt werden. Neue strukturelle Ansätze,
die von der FDP-Fraktion allein im Haushalt 2005 initiiert wurden, sind unter
anderem:
-
Erarbeitung eines Konzeptes zur Schaffung einer Betriebsholding
-
Erarbeitung eines Konzeptes zur Privatisierung der Bestattungs-
und Pflegeleistungen auf den Maintaler Friedhöfen
-
Künftige Betreuung der Stadtbüchereien durch den Einsatz von
studentischen Hilfskräften oder vergleichbar qualifizierten Hilfskräften
Für viele
andere Projekte haben sich bislang noch keine ausreichenden politischen
Mehrheiten gefunden. In Fortführung des von den Liberalen bereits seit Jahren
propagierten Konsolidierungskurses wird weiter vorgeschlagen:
·
Größere Kostentransparenz bei Eigenbetrieben (z.b. Betriebshof)
·
Verwaltungsvereinfachungen und Reduktion des städtischen
Personals
·
Umsetzung von Organisationsveränderungen und Personalstrukturveränderungen
zur Reduzierung von Kosten, insbesondere die Zentralisierung der Stadtläden und
der Stadtbüchereien
·
Privatisierung von Aufgaben, die nicht durch die Stadt übernommen
werden müssen
·
Verbesserungen auf der Einnahmeseite durch die Aufwertung
bestehender und die Schaffung neuer Wohngebiete und eine erfolgreichere
Gewerbeansiedlung
·
Kooperationen mit anderen Kommunen, dem Kreis und Zweckverbänden
zur Nutzung von Synergieeffekten
·
Überprüfung von Qualitätsstandards für städtische Leistungen
im Hinblick auf Kostensenkungspotentiale
·
Nutzung von Potentialen aus der Anwendung von „private public
partnership“ - Modellen für die Erbringung kommunaler Leistungen und
Investitionen
·
Gesamtverpachtung der Bürgerhäuser an private Betreiber
einschließlich der Instandhaltung
2.2
Schwerpunkte kommunaler Wirtschaftsförderung
Die
Wirtschaftsförderung ist ein wichtiges Instrument, mit dem die Stadt die
Entwicklung der Kommune steuern kann. Voraussetzung für eine erfolgreiche
Wirtschaftsförderung ist aber ein Grundkonzept für die städtische
Entwicklung, die eng mit der Frage der Imagebildung Maintals verknüpft ist.
Dazu gehören neben den raumplanerischen, städtebaulichen, verkehrspolitischen
und sozialen Zielrichtungen auch klare Vorstellungen über die Art des zu fördernden
Gewerbes.
Maintal muss
und kann die Vorteile seiner Lage in der Rhein-Main-Region nutzen. Die Nähe zu
Frankfurt bietet hervorragende Möglichkeiten, Unternehmen anzusiedeln, die auf
die Infrastruktur eines Wirtschaftszentrums angewiesen sind, ohne sich die hohen
Kosten der Großstadt leisten zu können.
Bei der
Gestaltung der kommunalen Wirtschaftsförderung streben die Liberalen an:
¨
Eine ausgewogene Wirtschafts- und Gewerbestruktur durch
gleichrangige Förderung von Klein- und Mittelbetrieben zu sichern, um die
marktwirtschaftliche Wettbewerbsstruktur zu gewährleisten.
¨
Schaffung von Rahmenbedingungen, die es in Maintal ansässigen
Unternehmen ermöglichen, ihren Fortbestand zu sichern. Hierzu zählt
insbesondere die Verbesserung der Erreichbarkeit der Gewerbebetriebe in den
verschiedenen Ortslagen.
¨
Die Gewerbesteuer ist angesichts der auch in Maintal spürbar
schwierigeren Situation zu überprüfen und gegebenenfalls weiter zu senken.
¨
Gewerbetreibenden - insbesondere Klein- und Mittelbetrieben -
Hilfestellung bei den immer komplexer und aufwendiger werdenden Antrags- und behördlichen
Zustimmungsverfahren zu gewähren.
¨
Existenzgründern geeignete Anlaufstellen für vertiefende
Beratungen zu benennen.
¨
Neben der Neuansiedlung von Gewerbebetrieben insbesondere die
Entwicklungsmöglichkeiten ortsansässiger Unternehmen durch vorausschauende
Gestaltung bauplanungsrechtlicher Entwicklungen fördern.
¨
Die Wiederverwertung von Industriebrachen ist u.a. durch die
Anpassung von Bebauungsplänen zu unterstützen. Flächenrecycling geht vor
Neuausweisung.
¨
Die Stadtsanierung zur Belebung der Ortskerne durchzuführen und
ein vielseitiges Angebot von Waren und Dienstleistungen sicherzustellen, um
einer Verlagerung des Einzelhandels auf die Großmärkte am Stadtrand
entgegenzuwirken. Hier bietet die Gestaltung des Rathausgeländes Bischofsheim
eine große Chance.
Anhand dieser Gesichtspunkte sind in Maintal die bestehenden
Gewerbebetriebe weiter zu entwickeln. Die Vermarktung der Gewerbeflächen hat
durch ein aktives „Stadtmarketing“ zu erfolgen.
Die Stadt muss bei allen zu
vergebenden Leistungen die heimische, mittelständische Wirtschaft und das
heimische Handwerk bei der Durchführung öffentlicher Aufträge im Rahmen der
rechtlichen Möglichkeiten berücksichtigen. Dies umfasst aber auch, dass die
Arbeiten von lokalen Unternehmen und nicht ortsfremden Werk- oder
Nachunternehmern durchgeführt werden.
Soweit als möglich sind Belastungen und Einschränkungen
der Liquidität bzw. des Kreditrahmen der Unternehmen durch die Forderung von
Vertragserfüllungs- und Gewährleistungsbürgschaften zu vermeiden. Zahlungen müssen
zeitnah erfolgen, um ein Gegengewicht zu der sich immer verschlechternden
Zahlungsmoral zu schaffen.
2.3
Sparsame Verwaltung
Die Bürger
haben Anspruch auf eine sparsame, schnell und wirksam arbeitende Verwaltung.
Dazu ist auch zukünftig die konsequente Durchsetzung des Leistungsprinzips in
der Kommunalverwaltung erforderlich. Die Verwaltungsabläufe müssen mittels der
neuen Techniken verstärkt rationalisiert werden. Überflüssige
Verwaltungsleistungen sind abzubauen. Wir wollen mit Kosten – Nutzen –
Analysen die öffentlichen Vorhaben überprüfen. Bei der Personalbemessung und
der Bewertung der Arbeitsplätze sind strenge Maßstäbe anzulegen.
Öffentliche
und öffentlich geförderte Einrichtungen und Gebäude sind, gemessen an ihren
hohen Investitionen, oft unzureichend genutzt. Anstelle kostspieliger und flächenfressender
Neubauten für bestimmte Zwecke sind die vorhandenen Einrichtungen zu ergänzen,
für andere Funktionen zu öffnen und den verschiedenen Bevölkerungsgruppen und
Interessenten im Sinne einer Mehrfachnutzung zugänglich zu machen.
Beim
Hauptamtlichen Magistrat ist ein Dezernent ausreichend.
Die Nutzung
des Internets durch die Bürger und die Stadtverwaltung ist weiter zu
intensivieren. Die Internet-Angebote der Stadt für Bürger und Unternehmen müssen
erweitert werden. So sind Informationen für die Bürger aber auch Formulare
noch umfangreicher als bisher über das Internet verfügbar zu machen.
„Schlanke Verwaltung” ist kein Selbstwert an sich.
Liberale wissen aber, dass erst die Beschränkung der Verwaltung auf ihre
Kernaufgaben den Menschen, den finanziellen und persönlichen Spielraum lässt,
den sie zur Gestaltung ihres Lebens brauchen. Deshalb setzt sich die FDP dafür
ein, auch auf kommunaler Ebene die Verwaltung auf das unbedingt notwendige Maß
zu beschränken.
¨
Das erfordert eine ständige und umfassende Aufgabenkritik mit dem
Ziel einer Konzentration auf die wirklich notwendige Daseinsvorsorge.
¨
Gemeinsinn statt Gruppenegoismus: Die gemeinsame Nutzung kommunal
finanzierter Einrichtungen und Räume (Stadtteilzentren, Schulräume,
Sportlerheime, Feuerwehrhäuser u.a.) entlastet von Investitions- und
Folgekosten.
¨
Aufgaben, die mindestens ebenso gut oder wirtschaftlicher von
privaten Anbietern übernommen werden können, sollen in private Hände übergehen.
Dabei hat die echte Privatisierung den Vorrang vor rein formaler Privatisierung
wie Überführung kommunaler Einrichtungen in privatrechtliche Betriebsform,
wobei Eigentümer jedoch die Kommune bleibt.
¨
Die als Kernaufgaben der kommunalen Verwaltung erkannten Bereiche
sind konsequent auf Leistungs- und Qualitätsziele auszurichten und haben sich
dem Wettbewerb zu stellen.
¨
Das erfordert eine neue Rollenverteilung zwischen Politik und
Verwaltung: Die politischen Entscheidungsgremien konzentrieren sich auf die
Zielvorgabe und deren Kontrolle.
¨
Die schlanke Verwaltung delegiert die interne Entscheidungs- und
Budgetverantwortung von oben nach unten und richtet ein effektives und
transparentes Abrechnungs- und Berichtswesen sowie Controlling ein.
¨
Die Möglichkeiten der Personaleinsparung dürfen nicht dem
Zufallsprinzip (Ausfall eines/r Mitarbeiters/in durch Alter, Krankheit etc.) überlassen
werden, sondern sind aufgrund klarer Ziel- und Bedarfsvorgaben zu steuern.
¨
Am Ende des Umbaus der Verwaltungen steht die Ausrichtung des
Verwaltungshandelns auf den Kunden, die Bürgerinnen und Bürger und nicht mehr
auf den Arbeitsablauf (Output-Steuerung statt Input-Steuerung).
¨
Die Zentralisierung der Stadtläden und Stadtbüchereien soll dazu
genutzt werden, Verwaltungskosten zu reduzieren und dennoch ein qualitativ
hochwertiges Angebot für die Bürger zu erhalten.
2.4
Privatisierung
Der
Abbau von Bürokratie und die Verwaltungsvereinfachung erfordert auch eine
Verringerung der wirtschaftlichen Betätigung der Gemeinde. Sie soll sich nur
dort betätigen, wo die Versorgung der Bürger qualitativ besser und kostengünstiger
als durch Privatunternehmer möglich ist oder das Gemeinwohl eine Einrichtung
der Stadt gebietet. Die Liberalen werden daher laufend prüfen, inwieweit
Aufgaben, die die Stadt Maintal derzeit übernimmt, privatisiert oder in andere
Trägerschaft überführt werden können.
Die freie
wirtschaftliche Betätigung von Gemeinden ist vor allem deswegen abzulehnen,
weil die städtischen Beteiligungsgesellschaften einen einfacheren Marktzugang
haben (kein Konkursrisiko, leichte Kapitalbeschaffung). Mit der FDP wird es kein
einziges Unternehmen im Besitz der Stadt Maintal geben, das mit dem Mittelstand,
vor allem dem Einzelhandel und dem Handwerk, in unfairem Wettbewerb steht.
Stattdessen sind alle kommunalen Leistungen hinsichtlich
der vorhandenen Privatisierungspotentiale zu überprüfen. Dies gilt
insbesondere für die Bereiche:
¨
Wartung technischer Anlagen
¨
Öffentlichkeitsarbeit
¨
Wartung von Kfz
¨
Gebäudereinigung
¨
Friedhofswesen
¨
Pflege der Grünflächen
¨
Kanalreinigung
¨
Energielieferanten
¨
Bürgerhäuser
¨
Betriebshof
¨
Planung und Bauleitung von Hoch- und Tiefbauten
2.5
Friedhöfe
Maintal verfügt gegenwärtig über zu viele Friedhöfe, die das Defizit
der Stadt erhöhen. Daher ist über die Schließung von Friedhöfen zu
entscheiden. Dies bedeutet, dass in den geschlossenen Friedhöfen keine
Neubelegungen mehr vorgenommen werden sollen. Diese Friedhöfe sind dann nach
Ablauf der Belegungszeiten in Grünflächen zu überführen. Das
Bestattungswesen als solches ist zu privatisieren. Alternativen Bestattungsmöglichkeiten
sind verstärkt anzubieten.
Die
FDP setzt sich dafür ein, dass die Möglichkeiten einer Beteiligung und
Einbindung der Bürgerschaft in die Pflege und Betreuung der Maintaler Friedhöfe
genutzt werden.
2.6
Betriebshof und städtische Liegenschaft
Ein
wesentlicher Kostenblock im Haushalt ist der Betriebshof. Die geplante stetige
Reduzierung des Defizits kommt nicht voran. Vielmehr erhält der Betriebshof
immer mehr Aufträge nach dem „eh da Prinzip“. Daher ist eine vollständige
Privatisierung der Aufgaben des Betriebshofs anzustreben und damit verbunden
dessen weitgehende Schließung, bis auf einen verbleibenden Hausmeisterdienst.
Die bisher vom Bauhof erbrachten Leistungen sind auszuschreiben. Die
Personalstellen des Betriebshof sind aus dem Haushalt zu streichen und das
Personal mittels Betriebsübergang oder sozialverträgliche Vertragsauflösung
aus dem städtischen Dienst zu entlassen.
Das
städtische Immobilien- und Grundbesitzvermögen ist in eine
Immobiliengesellschaft zusammen zu führen. In dieser Gesellschaft kann die
Stadthallen GmbH aufgehen. Diese Gesellschaft soll die Anlagen bewirtschaften
und an die Stadt vermieten. Die Verwaltung der Bürgerhäuser ist in die
Verwaltung der sonstigen kommunalen Liegenschaften zu integrieren. Gleichzeitig
sollen aus den von dieser Gesellschaft erwirtschafteten Gewinnen die
entsprechenden Kredite bedient werden. Diese Lösung bringt aufgrund der
steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten einen zusätzlichen Ertrag für die
Stadt. Ebenso kann auf diesem Weg eine transparentere und effektivere Nutzung
der städtischen Immobilien erreicht werden. Diese Gesellschaft soll auch die
Vermarktung von städtischen Immobilien vornehmen, wo diese nicht mehr durch die
Stadt benötigt werden.
Die Gebäudebewirtschaftung
für städtische Einrichtungen ist in private Hände zu geben. Dabei sollten über
geeignete Verträge den Auftragnehmern Anreize gegeben werden, den Verbrauch
(Heizung, Strom, ...) zu drosseln. Dies gilt auch für den Unterhalt von Straßenlaternen
usw.
Durch eine
sukzessive Verpachtung aller Bürgerhäuser inkl. aller Nebenleistungen und
Reparaturen gegen eine symbolische Pacht ist der Zuschussbedarf auf die reinen
Abschreibungen und Sanierungsaufwendungen zu reduzieren. Dem Pächter ist die
umfassende Bewirtschaftung des jeweiligen Bürgerhauses einschließlich des
Belegungsrechtes für die einzelnen Einrichtungen zu gestatten. (Modell Bürgerhaus
Großkrotzenburg) Das Belegungsrecht ist unter Berücksichtigung der Bedürfnisse
von Sport- und Kulturvereinen mit den Pächtern zu regeln.
2.7
Stärkere Bürgerbeteiligung
Die FDP will nicht im Wege der Stellvertretung Politik für die Bürger,
sondern Politik mit den Bürgern gestalten. Die Bürger sollten nicht zu Lückenbüßern
werden, damit die Stadt Geld sparen kann. Vielmehr ist die Hebung und Förderung
des privaten Engagements ein wesentliches Instrument, um die Identifikation der
Bürger mit der Stadt zu steigern. Dabei darf das private Engagement nicht nur
im traditionellen Sinne des Ehrenamtes im Verein oder in Hilfsorganisationen
verstanden werden. Erforderlich ist daneben die Förderung des Wandels zu neuen
Erscheinungsformen bürgerschaftlichen Engagements mit der politischen
Dimension, wichtige Entscheidungen nicht mehr nur der Stadt zu überlassen,
sondern sich einzumischen. Zur Realisierung dieser Ziele ist erforderlich:
-
Eine Förderung und Ausweitung von projektbezogenen Arbeiten der Bürger
-
Die Schaffung von für die Bürger günstige Verfahrensmöglichkeiten
der Beteiligung an gängigen Entscheidungsprozessen
3
Stadtentwicklung und Verkehr
Das Zusammenwachsen der vier
Ortsteile Bischofsheim, Dörnigheim, Hochstadt und Wachenbuchen ist weiter
voranzubringen. Dazu ist neben einer guten Verkehrsverbindung auch eine Flächenplanung
erforderlich, die zu einer Integration der Ortsteile führt. Dabei dürfen aber
nicht die historisch gewachsenen Eigenheiten der Ortsteile verloren gehen.
Vielmehr kommt es auf ein behutsames Miteinander von Geschichte und Zukunft an.
Entgegen der
vollmundigen Verlautbarungen des Magistrates hat das Thema Stadtentwicklung in
den vergangenen Jahren nicht die ihm gebührende zentrale Rolle eingenommen. Während
Nachbargemeinden wie Niederdorfelden oder Nidderau in den vergangenen Jahren
neue Wohngebiete anlegten, stagniert die Einwohnerzahl in Maintal seit Jahren.
Maintal muss verstärkt die räumliche Nähe Frankfurts ausnutzen, um junge
Menschen und Familien als Einwohner zu gewinnen. Dazu ist die Ausweisung neuer
Wohngebiete notwendig, wobei aber auch darauf geachtet werden muss, dass dabei
nicht Wälder, Felder und Wiesen mit hohem Naherholungswert über Gebühr
beeinträchtig werden. Die Zersiedlung des Stadtgebietes ist zu vermeiden, den
die Lage Maintals im Grünen ist ein zentraler Standortfaktor.
Die von der
FDP wesentlich mit angestoßene und nach mehrmaligen Verzögerungen im Frühjahr
2005 durchgeführte „Zukunftswerkstatt“ war ein misslungener Versuch, die
Grundlagen für die planerische Entwicklung Maintals zu ermitteln. Diese
Veranstaltung ist daher mit anderer Struktur und anderen Teilnehmern zu
wiederholen.
3.1
Lebendige Stadtteile
Zur
Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Stadt Maintal soll eine Vision für
lebendige Ortskerne entwickelt werden. Es gilt, den besonderen kulturellen,
historischen Reiz der Ortsteile zu erhalten und stärker die Atmosphäre einer
„Einkaufskultur“ zu schaffen, auch um dem Trend zum schnellen Einkauf auf
der grünen Wiese entgegen zu wirken. Die Ortskerne sollen zum ausgehen
einladen. Deshalb gilt es, Einzelhandel, Dienstleistungen und kulturelle
Angebote an einzelnen Standorten zusammenzuführen.
Das
Zusammenleben der Menschen wird wesentlich durch gewachsene Bau- und
Sozialstrukturen gefördert. Das Zerstören gewachsener Bausubstanz bedeutet
daher auch die Zerstörung gewachsener sozialer Strukturen. Erhaltung und
Modernisierung hat für uns Liberale daher mindestens die gleiche Bedeutung wie
die Schaffung neuer Wohnviertel und großer Einkaufs- und Arbeitsstätten auf
der Grünen Wiese.
Das Gelände
des ehemaligen Rathauses Bischofsheim muss ein lebendiger Ortsmittelpunkt werden
und darf nicht primär den Interessen eines möglichst teuren Verkaufs
untergeordnet werden.
3.2
Gewerbe- und Wohngebiete
Maintal will
attraktiv für junge Leute sein. Menschen aus aller Welt sind gerne gesehen und
werden herzlich aufgenommen. Sie sollen sich für Maintal als Arbeits- und
Wohnort entscheiden. Gleichzeitig wollen wir auch, dass sich ältere und alte
Menschen in Maintal wohl fühlen. Diese Ansprüche müssen bei der Entwicklung
von Wohn- und Gewerbegebieten berücksichtigt werden.
Die Ansätze
zur Weiterentwicklung des „Gewerbegebiet Mitte“ zwischen Hochstadt und Dörnigheim
weisen in die richtige Richtung. Es fehlt aber immer noch ein verbindendes
Gesamtkonzept für die Stadt.
Die
Verwaltung verfügt über viele teure Planungen, die nicht umgesetzt werden und
damit verfallen. Vor neuen Planungsleistungen und Gutachten ist deshalb stetig
zu prüfen, ob nicht bereits Planungen zu den jeweiligen Themen vorliegen. Auch
ist zu prüfen, inwieweit diese Planungen überhaupt eine Realisierungschance
haben. Schubladenplanungen sind künftig konsequent zu vermeiden.
Für die
Liberalen in Maintal stellen sich folgende Aufgabenfelder bei der Entwicklung
der Wohn- und Gewerbegebiete:
·
Wiederbelebung der Altstadt Dörnigheim unter Einbeziehung der
Kennedystraße
·
Entwicklung eines Wohngebietes im Bereich Hochstadt und
Wachebuchen unter Nutzung der Flächen der Kelterei Höhl und der Weidenkaute
bis zur Verlängerten Oberkante des Schulgeländes
·
Anlage eines neuen Wohngebietes zwischen Wal-Mart , Waldsiedlung
und Gewerbegebiet Ost, das einen offenen Charakter hat und Wohn- und Naturräume
verbindet.
·
Erweiterung des Gewerbegebietes Bruno-Dreßler-Straße
·
Verzicht auf Bebauungsplänen in den Innenstadtbereichen
·
Fortentwicklung der bestehenden Wohngebiete
3.3
Sicherung des Straßennetzes
Die
gemeindliche Verkehrsplanung muss als elementarer Teil des für Maintal zu
entwickelnden stadtplanerischen Gesamtkonzeptes betrieben werden.
Die Wünsche des Bürgers
nach Mobilität müssen mit den Zielen von Stadtentwicklung, Verkehrssicherheit,
Sicherung der wirtschaftlichen Grundlagen der Geschäfte in den Ortslagen und
dem Umweltschutz in Übereinstimmung gebracht werden.
Wir
Liberalen sehen persönliche Mobilität als ein wichtiges Grundbedürfnis
menschlichen Lebens an. Dies schließt auch den motorisierten Individualverkehr
ein. Die notwendige Förderung eines ÖPNV darf nicht die Verdrängung des Autos
aus dem örtlichen Lebensbereich zur Leitlinie erheben. Verkehr bringt – trotz
aller damit verbundenen Belastungen – Leben, Lebensqualität und Urbanität in
unsere Städte und Gemeinden. Der Einzelhandel tendiert seit längerem von den
innerörtlichen Lagen hin zu großflächigen Einkaufszentren auf der grünen
Wiese. Gerade für unsere Stadt kommen noch Einkaufszentren jenseits der
Stadtgrenzen als Konkurrenten hinzu. Damit die Stadtkerne an Attraktivität
gewinnen und dieser Trend umgekehrt wird, sollte die Stadt ausreichenden
Parkraum erhalten bzw. schaffen. Dies trägt dazu bei, dass die Kaufkraft der
Maintaler Bürger vermehrt ihrer eigenen Stadt zugute kommt.
Der
aufgestellte Straßenzustandsbericht darf nicht als Beschreibung des
beklagenswerten Zustands der Maintaler Straßen in den Aktenschränken der
Amtsstuben verstauben. Er muss vielmehr als Grundlage dafür genutzt werden,
einen Plan zu entwickeln, wie in den kommenden Jahren die Straßen sukzessive
saniert und so unterhalten werden können. Daher ist hier ein Schwerpunkt bei
dem städtischen Haushalt zu bilden.
Tempo-30-Zonen sind ein sinnvolles Mittel, um die widerstrebenden
Interessen an hoher Mobilität einerseits und an Ruhe und Sicherheit
andererseits in Einklang zu bringen. Daher sind Tempo-30-Zonen gezielt zum
Schutz von Kindern, Fußgängern und Anwohnern einzurichten. Flächendeckende
Tempo 30 Zonen können dieses Ziel nicht erreichen und sind daher abzulehnen.
Die gleichen Grundsätze gelten auch für sonstige verkehrsberuhigende Maßnahmen,
deren Auswirkungen auf den Stadtbusverkehr jedoch besonders zu beachten sind.
Den Stadtbusverkehr behindernde Maßnahmen sind nach Möglichkeit zu beseitigen.
Der Einsatz von RBL-gesteuerten Ampeln (rechnergestütztes
Betriebsleitsystem), die einen zügigen, bevorrechtigten Stadtbusverkehr an
bestimmten Kreuzungen zulassen, soll geprüft werden.
Neben Auto und Bus sind
Fahrradfahrer und Fußgänger gleichberechtigte Partner des Straßenverkehrs. Für
beide Verkehrsteilnehmer ist ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten.
Deshalb ist der Sanierung der Bürgersteige ein besonderes Augenmerk zu
schenken.
Hierzu gehören
konfliktfreie Ampelschaltungen und sonstige Querungshilfen für Fußgänger. Die
Gehwege müssen ausreichend dimensioniert, gut befestigt und klar von der
Fahrbahn abgegrenzt sein. Für die Radfahrer ist ein möglichst geschlossenes
Wegenetz zu schaffen. Die Qualität der Radwege in Maintal ist zu verbessern.
Radwege mit holprigem Pflaster, Pollern, Schildern und sonstigen Hindernissen
gefährden die Radfahrer und führen zu mangelnder Akzeptanz durch die
Radfahrer. Radwege sollen nicht mehr auf den Gehwegen, sondern auf der Fahrbahn
– durch deutliche Markierungen abgegrenzt – geführt werden.
3.4
Entlastung vom Durchgangsverkehr
Wohngebiete
sind durch verkehrsberuhigende Maßnahmen vom Durchgangsverkehr zu entlasten.
Auch sind die wichtigen Durchgangsstraßen in den Orten soweit wie möglich vom
Durchgangsverkehr zu entlasten indem dieser verstärkt auf die Querspange und
die Autobahn gelenkt wird.
·
Die Straße „Am Kreuzstein” in Bischofsheim ist von der
Autobahnausfahrt in den Ort hinein für den LKW-Verkehr mit Ausnahme des
Anliegerverkehrs zu sperren
·
Im Gegenzug ist der Durchstich der Gutenbergstraße zum Roten
Graben herzustellen; Hierzu sind die Verhandlungen mit der Stadt Frankfurt
wieder aufzunehmen.
·
In Kennedystr. und Berliner Straße ist der LKW-Verkehr soweit wie
möglich zu reduzieren
·
Die Maintaler FDP wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass
die A66 durch den Riederwald fertiggestellt und an die A661 angeschlossen wird.
Dieses seit langem verzögerte überregionale Straßenbauprojekt ist die
bedeutendste Möglichkeit, Maintal von überflüssigem überregionalen Verkehr
zu entlasten und gleichzeitig ein wichtiger Baustein, um Maintal an das
Rhein-Main-Gebiet vernünftig anzuschließen.
3.5
Verbesserung des ÖPNV
Der ÖPNV
soll in den nächsten Jahren seinen Marktanteil erheblich steigern. Die Bürger
müssen vor allem durch ein attraktives Angebot zum Umsteigen bewegt werden. Die
Einsatzpotentiale des ÖPNVs gehen weit über Schülerverkehr und
Verkehrsleistungen für Menschen ohne Auto hinaus. Wahlfreie Kunden in Berufs,
Einkaufs- und im immer wichtiger werdenden Freizeitverkehr müssen gewonnen
werden.
Wichtigstes
langfristiges Projekt auf dem Weg dorthin ist die Nordmainische S-Bahn, die
obwohl seit 30 Jahren diskutiert, immer noch nicht fährt. Jüngste Gutachten
kommen zu dem Schluss, dass die Nordmainische S-Bahn ein volkswirtschaftlich günstiges
Projekt ist, durch die Aufnahme in den Gesamtverkehrsplan der Stadt Frankfurt
hat sie zusätzlich Rückenwind erhalten. Nun darf nicht, wie sooft in der
Vergangenheit, gewartet werden, bis die Studie wieder veraltet ist, wie dies bei
vergangenen Studien der Fall war. Die Stadt Maintal muss stärker als alle
anderen Projektbeteiligten sich für die Bahn einsetzen, und darf nicht darauf
warten, dass andere dafür sorgen dass die S-Bahn gebaut wird. Die für den
S-Bahn-Verkehr benötigten Bahnsteiganlagen sind schon vorab fertig zu stellen
und für den Regionalbahnverkehr nutzbar zu machen.
Auch wenn
das Projekt Mainlinie zufrieden stellend lief, ist sie kein Ersatz für die
S-Bahn.
Innerhalb
Maintals und im Verkehr mit Hanau ist der Bus wichtigster Verkehrträger des ÖPNVs.
Hier hat die Stadt die größten Gestaltungsmöglichkeiten. Der Stadtbusverkehr
muss kundenorientierter werden und über die Daseinsvorsorge hinausgehende
Leistungen müssen an den zu erwarteten Kundenzuwächsen ausgerichtet werden.
Die Fahrten an Wochentagen müssen beschleunigt werden, insbesondere fehlen
Expressbusse, die den Hochstädern und Wachenbuchenern den zeitraubenden Umweg
über die Goethestraße ersparen. Die Verbindung nach Bruchköbel ist
aufzuwerten. Hochstadt benötigt eine schnelle Verbindung nach Hanau und die
Verteilung der Fahrgäste in Dörnigheim muss direkter werden. In den
Abendstunden und am Wochenende ist der Einsatz des Umsteigepunktes „Maintal
Ost Bf“ unter Berücksichtigung der Anschlüsse auf den Zug auszuweiten.
Im Schülerverkehr
ist in Abstimmung mit den Schulen auf versetzte Unterrichtszeiten hinzuwirken,
um Spitzen zu vermeiden. Weiterhin sind Schülerjahreskarten einzuführen, um
wetterbedingte Schwankungen der Busnutzung zu glätten.
Begleitend
ist an den wichtigen Ampelanlagen eine Bevorrechtigung für den ÖPNV
einzurichten. Der Fahrscheinverkauf ist zu automatisieren und die
Fahrscheinkontrollen durch den Fahrer sind in Frage zu stellen. Es ist auf eine
zeitnahe, transparente und leistungsgerechte Zuweisung der Fahrgeldeinnahmen
durch den RMV zu bewirken, damit Maintaler Fahrgäste nicht die Defizite andere
Städte zahlt. Auch wenn in den letzten Jahren gute Erfahrungen mit dem
Stadtverkehr Maintal gemacht wurden, muss er in Zukunft daran arbeiten,
weiterhin höchsten Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsanforderungen genüge
tun.
Begleitend
zum ÖPNV ist der städtische Fuhrpark – ohne Sonderfahrzeuge – in einen
Car-Sharing Pool einzubringen und allen Bürgern gegen Entgelt verfügbar zu
machen. Betrieb und Verwaltung können von einem der etablierten Anbieter übernommen
werden. Car-Sharing ermöglicht den Nutzern, lagegerecht das beste
Verkehrsmittel für die jeweilige Fahrt auszuwählen, ohne die Fixkosten eines
eigenen PKWs tragen zu müssen. Die Stadt dagegen spart Kosten durch die verstärkte
Nutzung der PKWs.
3.6
Ausbau des Flughafens Frankfurt
Die FDP
spricht sich für den Ausbau des Flughafens Frankfurt als eine der wichtigsten
Infrastrukturprojekte des Rhein-Main-Gebietes bei gleichzeitiger Einführung
eines Nachtflugverbotes aus. Der Flughafen Frankfurt Main ist der größte
Flughafen Kontinentaleuropas und einer der wichtigsten
Infrastruktureinrichtungen des Rhein-Main-Gebietes. Er bietet zahlreichen
Menschen in der Region einen sicheren und zukunftsorientierten Arbeitsplatz.
Alleine ca. 1.200 Bürger der Stadt Maintal haben am Flughafen einen
Arbeitsplatz. Hinzu kommen viele Bürger, die auf den Flughafen zur Ausübung
ihrer beruflichen Tätigkeit angewiesen sind. Zahlreiche inländische und ausländische
Unternehmen – auch in Maintal – haben sich im Rhein-Main-Gebiet gerade wegen
des Flughafens angesiedelt. Die Stadt Maintal ist der Auffassung, das diese
bedeutende Einrichtung auch künftig in der Lage sein muss, Beschäftigung zu
sichern und die Anbindung der Region und damit auch der Stadt Maintal an das
weltweite Luftverkehrsnetz zu sichern.
Die FDP
spricht sich dagegen aus, durch von vorneherein aussichtslose Klagen gegen den
Bestand oder die Erweiterung des Flughafens die Steuermittel der Bürger zu
verschwenden. Nur dann, wenn offensichtlich die Interessen der Stadt oder der Bürger
beeinträchtigt werden und Klagen Erfolg haben könnten, sollte die Stadt aktiv
werden. Dies wäre dann der Fall, wenn die kommunale Planungshoheit beeinträchtigt
wird oder Schallschutz an städtischen Gebäuden erforderlich wird, für den
keine Entschädigung erfolgt.
4
Kinder-, Jugend- und Sozialpolitik
4.1
Ziele der Sozialarbeit in Maintal
Aus
liberaler Sicht hat die Stadt im Bereich der gesamten Sozialarbeit die Aufgabe,
denjenigen beim Erreichen ihrer Selbstbestimmung und individuellen Entfaltung zu
helfen, die wegen ihrer Herkunft, Bildung, Lebensumstände, wegen ihrer
Gebrechen, ihrer Jugend oder ihres Alters zur Selbsthilfe nicht, noch nicht oder
nur bedingt in der Lage sind.
Die soziale
Integration dieser Menschen setzt voraus, dass ihre Probleme und Bedürfnisse in
allen Bereichen der Kommunalpolitik berücksichtigt werden und die
Mitverantwortung aller Bürger für sie gefördert wird.
Für uns
Liberale sind Integration und Hilfe zur Selbsthilfe zentrale Anliegen unserer
Sozialpolitik. Dabei ist die sozialste Politik die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen.
Dies bedeutet mehr Freiheit und Würde für alle Bürgerinnen und Bürger. Nicht
Umverteilung ist die Maxime liberaler Politik, sondern Integration:
¨
Hilfesuchenden Personen muss gezielt geholfen werden.
¨
Behinderte und ältere Bürger sollen ein unabhängiges Leben führen
können.
¨
Ausländische Mitbürger sind bei der Integration zu unterstützen.
Soziale Gerechtigkeit darf
nicht länger mit bürokratischer Umverteilung verwechselt werden; vielmehr muss
der liberale Sozialstaat seine Hilfe auf die wirklich Bedürftigen
konzentrieren.
4.2
Kindertagesstätten
Ein Kindergartenplatz für
jedes Kind ist nicht nur ein gesetzlicher Anspruch, sondern umgesetzte
Chancengleichheit für alle Familien und Alleinerziehenden. Es ist daher eine
wesentliche Aufgabe der Stadt, dafür zu sorgen, dass mit den knappen Ressourcen
das Beste erreicht werden kann.
Die Stadt Maintal wendet ein
Zehntel ihres Haushaltes für Kindergärten und Kindertagesstätten auf. Mehr
finanzielle Mittel sind kaum noch aufzubringen. Deshalb sind die beschrittenen
Wege, die räumlichen und zeitlichen Kapazitäten besser zu nutzen und private
Initiativen zu fördern, weiter zu führen.
Die Stadt unterhält
zahlreiche Kindertagesstätten. Daher ist hier ein großer Gestaltungsspielraum
gegeben. KiTas sind verstärkt in die Trägerschaft privater Anbieter zu überführen.
Auf diese Weise können die städtischen Personalkosten gesenkt werden und der
Bestand an KiTas gezielter gesteuert werden. Aufgrund des sinkenden Bedarfs an
KiTa-Plätzen dürfen Schließungen von KiTas nicht mehr ausgeschlossen werden.
Dieses hat Vorrang vor der – defizitären – Erweiterung der Leistungen. Das
Tagesmüttermodell ist auf KiTa-Kinder zu erweitern.
Eine weitere Kosteneinsparung
ergibt sich durch die Privatisierung sämtlicher Reinigungsaufgaben der Stadt,
einschließlich der KiTas.
4.3
Freiräume für Kinder und Jugendliche
Kinder und
junge Menschen brauchen Freiräume, in denen sie Selbstbestimmung und
Mitverantwortung zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit einüben können. Die
Vereine, auf deren vielfältiges Angebot die Kinder und Jugendlichen überwiegend
zurückgreifen, erfüllen insoweit einen ganz wesentlichen gesellschaftlichen
Auftrag. Aufgabe der Stadt ist es jedoch neben einer angemessenen Unterstützung
der Vereine das Angebot bedarfsgerecht zu verbessern. Dazu gehört:
-
die Eigeninitiativen von Jugendlichen aufzugreifen und ihre
Selbstorganisation zu fördern
-
Jugendliche in Form von konkreten, handfesten Aktionen und
Projekten, Schülerwahlen und Jugendparlamenten zu beteiligen und die Begleitung
des Engagements durch intensive Öffentlichkeitsarbeit
-
Die Generationengerechtigkeit als Schutz vor Überforderungen der
Jugend bei politischen Entscheidungen mit langfristigen Auswirkungen zu beachten
-
Die Jugend durch spezielle Jugendarbeit, Projekte der Sucht- und
Gewaltprävention, soziale Betreuung und jugendspezifische kulturelle Aktivitäten
besser zu unterstützen
-
Eine Unterstützung bei der Beschaffung von Gruppen- und
Trainingsräumen zu ermöglichen
-
Den Aufbau eines „kommunalen Kinos“ und von
„Open-Air-Kino-Vorführungen“ in Betracht zu ziehen
Darüber
hinaus liegt es aber in der Verantwortung der Kommunen, dafür Sorge zutragen,
dass besonders gefährdete, von Ausgrenzung bedrohte Jugendliche, die auf herkömmliche
Angebote einrichtungsgebundener Jugendpflege nicht mehr ansprechen, neue und
wirksame Hilfen erhalten. Die Lebenssituation der Jugendlichen „auf der Straße“
soll durch die „mobile Jugendarbeit“ in unterschiedlichen Formen wie offene
Jugendarbeit, Straßensozialarbeit, ambulante Jugendfürsorge und
Gemeinwesenarbeit verbessert und damit Stigmatisierung und Kriminalisierung
abgebaut werden.
4.4
Senioren
Der
demographische Wandel geht auch an Maintal nicht spurlos vorüber. Die Bevölkerungszahlen
werden in den nächsten Jahrzehnten abnehmen und zudem im Durchschnitt älter
werden. Damit stellen sich ganz neue Anforderungen an alle Politikfelder. Künftig
werden mehr Seniorenheime und weniger Kindertagesstätten benötigt werden. Auch
bei der Gestaltung von neuen Wohnungen, städtischen Einrichtungen und
Verkehrswegen muss darauf geachtet werden, dass diese den Anforderungen der älter
werdenden Menschen gerecht werden. Öffentliche Gebäude und Verkehrsmitteln müssen
so konzipiert sein, dass Menschen mit Bewegungsbeeinträchtigungen ermöglicht
wird, am öffentlichen Leben teilzuhaben.
Die
Individualität älterer Menschen muss ernst genommen werden: Neben
Senioren-Programmen, muss Hilfestellung zur Teilnahme am normalen
gesellschaftlichen Leben geleistet werden. Alle Aktivitäten, durch die ältere
Menschen das Gemeinschaftsleben mitgestalten, sind ein Gewinn – nicht nur für
die Akteure selbst, sondern auch für die Gesellschaft. Es kommt der Stadt
zugute, solchen Initiativen viel Unterstützung – logistisch und auch
finanziell – zu gewähren.
Älteren
Mitbürgern ist eine selbständige Lebensführung mit entsprechender Unterstützung
durch Familie, Nachbarschaft und ambulante Dienste so lange wie möglich zu
erhalten. Deshalb ist die Schaffung von Altenwohnungen und Wohnraum für
Mehrgenerationenfamilien, die die Familienpflege von der Raumaufteilung und Größe
her ermöglichen. Alternativen Wohnformen ist mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Auch die Arbeit der Bürgerhilfe ist hier ein wertvoller Beitrag.
Die mobilen
Dienste sind über den Pflegebereich hinaus auszuweiten. Prophylaktische,
rehabilitative und teilstationäre Angebote sind zu fördern und auszubauen. Der
mit dem Bau des DRK-Altenzentrums in Bischofsheim und Dörnigheim begonnene
Aufbau des Kleeblattsystems ist zu intensivieren und muss Hochstadt und
Wachenbuchen erfassen. Hier bietet sich das Gelände rund um die Kelterei Höhl
als weitere Standort an.
Im Bereich
der Seniorenförderung benötigen wir eine sinnvolle Arbeit aber keinen städtischen
Vergnügungsausschuss. Daher ist das Seniorenoffice aufzulösen. Deren Aufgaben
sollten von privaten Initiativen übernommen werden.
Der Ärztliche
Notdienst ist die Hausarztversorgung zu Zeiten, zu denen die Arztpraxen
geschlossen sind. Daher ist die Versorgung in dieser Zeit von den Ärzten in
Eigenverantwortung ohne städtische Zuschüsse sicherzustellen.
4.5
Integrationspolitik
Ausländischen
Mitbürgern, die legal in Deutschland leben, soll - soweit sie es wünschen -
durch Hilfsangebote der Stadt mit ihren Familien die Integration in Maintal
leichter gemacht werden. Insbesondere sind für ausländische Kinder im
vorschulischen Bereich sowie an allen Schulformen ausreichende Fördermaßnahmen
zu schaffen und private Initiativen zu fördern, damit im Interesse aller Kinder
Sprachbarrieren rechtzeitig überwunden werden. Nur so können wichtige
Qualifikationen erreicht und die Möglichkeiten der Integration wahrgenommen
werden. Auch sind für erwachsene ausländische Bürger verstärkt Deutschkurse
zu günstigen Bedingungen anzubieten.
4.6
Soziale Stadterneuerung
Das Projekt
der sozialen Stadterneuerung hat sich als Erfolg erwiesen und ist fortzusetzen.
Die Schwerpunkte sind auch weiterhin im Westend in Dörnigheim und Rechts vom
Kreuzstein in Bischofsheim zu bilden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Bürgerbeteiligung
für eine verstärkte Akzeptanz der vorgesehenen Maßnahmen sorgt.
5
Kultur-, Schul- und Bildungspolitik
5.1
Entwicklungsplanung
Maintal muss
zusammen mit dem Kreis eine langfristige Entwicklungsplanung für Kindergärten,
Schulen und außerschulische Bildungsstätten aufstellen und diese
fortschreiben. Dabei sind auch die freien und privaten Träger für Kindergärten
und Schulen gleichberechtigt einzubeziehen.
Wir wollen keine
Mammutschulen. Wir lehnen die Privilegierung einzelner Schulformen aus
ideologischen Gründen ebenso ab, wie die Ausstattung nur ganz bestimmter
Schulformen mit modernen Schulmitteln. Bei der Einrichtung und Auflösung
einzelner weiterführender Schulen ist allein der Wille der Eltern
ausschlaggebend.
5.2
Kulturförderung
Die
Liberalen lehnen jede Bevormundung und jeden zensierenden Eingriff in das
kommunale Kunst- und Kulturleben ab. Auch in Maintal wollen wir in der
Kulturpolitik Vielfalt, Offenheit und Wettbewerb durchsetzen. Wir wollen keine
bestimmte Form von Kultur aufgrund ideologischer Präferenzen besonders
bevorzugen.
In der Stadt
soll ein möglichst vielseitiges kulturelles Leben entstehen. Hierzu bedarf es
einer gezielten Förderung öffentlicher und privater Einrichtungen.
Insbesondere das Entstehen und die Vermittlung neuer Kunstformen ist eine
wichtige Aufgabe kommunaler Kulturpolitik.
Kulturinitiativen wie
selbstverwaltete Filmhäuser, selbstverwaltete „Kultur-Kontore“ können in
Maintal eine wichtige Funktion übernehmen. Sie können beispielsweise Filmgerät
zur Verfügung stellen, Filmseminare veranstalten, Proberäume für Theater und
Musik organisieren, Ensemble-Spielgelegenheiten, Laienspiele und Lesungen
vermitteln.
Die Vereine
sind von bürokratischem Aufwand zu entlasten bzw. verwaltungsmäßig zu unterstützen.
Die Vereine sind verstärkt in die Nutzung und Unterhaltung der Bürgerhäuser
mit einzubeziehen. Nur so können die Bürgerhäuser langfristig genutzt werden.
Mit den Vereinen gemeinsam ist auch zu entscheiden, ob künftig für Hochstadt
und Wachenbuchen ein gemeinsames Bürgerhaus erhalten sollen.
5.3
Stadtbücherei
Die
Leistungen der Stadt im Bereich der Stadtbücherei sind zu beschränken. Vier Büchereien
sind für die Stadt nicht erforderlich. Daher ist eine Konzentration auf ein bis
zwei Standorte ist angezeigt. Durch organisatorische Maßnahmen kann die
Versorgung aller Stadtteile sichergestellt werden. In die Überlegungen sind
auch Veränderungen der Personalstruktur, unter anderem durch die Einbindung von
Aushilfen und studentische Kräfte, einzubeziehen. Ebenso ist die Zusammenlegung
der Stadtbüchereien mit den Büchereien der Schulen anzustreben.
6
Politik für Freizeit, Erholung und Sport
6.1
Anlagen für Freizeit, Erholung und Sport
Um den Freizeitbedürfnissen
der Bürger Rechnung zu tragen, müssen die Freizeit-, Sport und
Erholungseinrichtungen modernisiert und ausgebaut werden. Anlagen, die überwiegend
mit öffentlichen Geldern errichtet wurden, müssen allen Bürgern offen stehen.
Alle Anlagen sollten Mehrfachnutzungen, auch für den Versehrtensport,
Altensport und durch Kinder ermöglichen.
Schulhöfe
sind unter Beachtung der Lärmschutzinteressen der angrenzten Wohnungen mit
Freizeitanlagen zu ergänzen und in der schulfreien Zeit freizugeben.
Der
Unterhalt der Sportstätten ist soweit möglich in die Verantwortung der
Sportvereine zu übergeben.
Die örtlichen
Sportorganisationen und Vereine sind als Träger öffentlicher Belange im
Interesse der Vereine an den kommunalen Planungen des Raumes und der Flächen
sowie deren Gestaltung zu beteiligen.
Innerhalb
Maintals sollten die Volkshochschule, die Schulen und die Vereine nicht
miteinander konkurrieren, sondern eng zusammenarbeiten. Zur Koordinierung der
Sportangebote und zur Wahrung der Interessen der Sporttreibenden wollen wir
einen Sportbeirat einrichten.
Die Anlage
eines „Sport- und Freizeitparks“ im Bereich der Grünen Mitte als Erlebnis-
und Freizeitstätte und neue zentralisierte Sportstätte ist gründlich zu prüfen.
Für das
Maintalbad ist ein öffentlich-privates Betreibermodell zu finden, bei dem der
Betrieb und der Unterhalt des Schwimmbades mit allen Nebeneinrichtungen in die
Regie eines Privaten übergehen und das Eigentum des Schwimmbades bei der Stadt
verbleiben. (Modell Stadt Leimen) Der Schulsport ist weiterhin zu ermöglichen.
Mit dem Betreiber ist hierzu ein Zuschuss zu vereinbaren.
7
Umweltschutz
7.1
Ziele der kommunalen Umweltpolitik
Umweltpolitik
gehört zur Überlebensstrategie für unsere Gesellschaft. Sie beginnt in der
Kommune. Der Bürger hat Anspruch auf eine menschenwürdige Umwelt. Das
Gleichgewicht im Naturhaushalt ist durch die Planungen und Maßnahmen der
Gemeinde zu sichern oder wiederherzustellen. Übertriebener Umweltschutz, der
Entwicklungen in der Stadt nur noch verhindert, führt am Ende jedoch zu einem
Verlust an Akzeptanz für den Umweltschutz. Daher ist bei der kommunalen Planung
stets auf einen angemessenen Ausgleich zwischen Umweltschutz und
wirtschaftlicher bzw. infrastruktureller Entwicklung zu Achten.
Jeder
einzelne ist aber an der Verschmutzung der Umwelt beteiligt. Die Begrenzung der
Umweltbelastung kann daher nicht allein Aufgabe des Staates und der Wirtschaft
sein. Sie muss zur Angelegenheit aller Bürger werden. Liberale werden jede
Initiative und Mitarbeit auf diesem Gebiet fördern.
Die
widerstreitenden Nutzungsansprüche an unsere Umwelt auszugleichen und in diesem
Zusammenhang vorausschauend zu planen, ist die Aufgabe kommunaler Umweltpolitik.
Umweltpolitik kann aber nur erfolgreich sein, wenn sie die Belange der Umwelt
nicht einseitig betont, sondern in einen vernünftigen Ausgleich mit den Bedürfnissen
der Menschen bringt. Hierbei sind die langfristigen Ansprüche von Gesellschaft
und Wirtschaft mit den noch nutzbaren Vorräten an Wasser, Boden und Luft in
Einklang zu bringen. Konzepte der Maintaler Wirtschaftsförderung und zur
Verbesserung der Wirtschaftsstruktur sind mit der Umweltpolitik abzustimmen. So
dürfen neuen Bauvorhaben nicht uneingeschränkt Rigolen, Zisternen und Dachbegrünung
als „Wundermittel“ zum Schutz des Grundwassers zur Auflage bekommen –
vielmehr sind alle maßgebenden Faktoren wie Lage, Größe, Untergrund und die
Interessen der Bauherren umfassend abzuwägen.
Die Agenda
21 ist das im Jahre 1992 in Rio de Janeiro verabschiedete weltweite
Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, das Klimaschutz- und Artenschutz als
zwei Bereiche definiert, in denen weltweit gehandelt werden muss.
Wichtige
Akteure sind Städte und Gemeinden. Die FDP unterstützt diese
Generationenaufgabe und setzt sich unter umfassender und intensiver Bürgerbeteiligung
für die Aufstellung eines unter Konsens erzielten zukunftsweisenden Konzepts für
eine nachhaltige Entwicklung in den örtlich beeinflussbaren Lebensbereichen
ein.
Die FDP
spricht sich gegen die Errichtung von Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Stadt
Maintal aus. Diese Anlagen zerstören das Landschaftsbild, gefährden
insbesondere die Vögel und tragen nicht zu einer Sicherung der
Energieversorgung bei. Sie dienen allein als Abschreibungsobjekte für gut
verdienende Ökofetischisten.
7.2
Umweltkataster
Maintal kann
wirksam Umweltschutz nur betreiben, wenn ein Überblick über alle vorhandenen
und zu erwartenden Umweltbelastungen in Form einer umfassenden Dokumentation zur
Verfügung steht. Hierzu ist eine systematische Erhebung von Umweltdaten
erforderlich. Dabei sollen Daten verwendet werden, die auf Bundes- und
Landesebene bereits existieren. Die verschiedenen Daten sind in einem
Umweltkataster einzubringen. Das Ergebnis des bereits vorliegenden Lärmminderungsplanes
ist bei künftigen Planungen zu berücksichtigen.
7.3
Natur- und Landschaftsschutz
Die Land-
und Forstwirtschaft ist nicht nur ein ökonomisch bedeutsamer Faktor, sondern
leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Erholungswertes der
Landschaft. Deshalb ist bei öffentlichem Interesse an der Pflege und der
Offenhaltung von Flächen eine enge Abstimmung mit den hiesigen Land- und
Forstwirten sowie den Jagdpächtern und Schäfern zu suchen, die verstärkt in
die öffentliche Aufgabe der Landschaftspflege eingebunden werden sollen. Wenn
Flächen aus der landwirtschaftlichen Produktion ausscheiden, sind diese Flächen
vorrangig für Aufgaben des Naturschutzes zur Schaffung neuer Lebensräume für
bedrohte Pflanzen- und Tierarten zu sichern.
Es ist
darauf zu achten, dass im innerstädtischen Bereich Brachen und leerstehende
Grundstücke sich nicht zu Biotopen entwickeln, die eine anschließende Nutzung
des Geländes verhindern. Damit werden Möglichkeiten des Lückenschlusses
erschwert, was zumeist Neuversiegelungen zur Folge hat.
Die
Streuobstwiesen in der Gemarkung sind weiter zu entwickeln und die sich daraus
ergebenden touristischen Chancen zu nutzen. Hier könnten beispielsweise geführte
Wanderungen durch die Wiesen mit anschließendem Besuch der Maintaler
Gastronomie als Ausflugsprogramm attraktiv sein,
8
Sicherheitspolitik
8.1
Sicherheit in Maintal
Wir wollen, dass sich unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger
vor Ort sicher fühlen: in ihrem Wohnumfeld, auf den Straßen, in den Parks, in
den Ortsteilen. Das ist eine grundlegende Voraussetzung für eine Bürgergemeinschaft.
Denn wer sich in seiner Stadt nicht sicher und wohl fühlt, wird nicht für sie
eintreten. Wir wissen auch, dass das Ziel der Sicherheit vor Ort nicht ohne die
Mithilfe aller, auch der Bürger selbst, zu erreichen ist.
Für
Liberale heißt es: Hinsehen statt wegschauen! Der demokratische Grundsatz, sich
„einzumischen in die eigenen Angelegenheiten” hat hier allerhöchste
Bedeutung. Wir alle müssen selbst wieder mehr Verantwortung übernehmen,
aufmerksam sein gegenüber dem Nachbarn - und nicht gleichgültig. Die Polizei
bietet Programme zur aktiven Nachbarschaftshilfe an, die unter der
„Schirmherrschaft” der Stadt an die Bürger heran getragen werden können.
Durch aufmerksames Beobachten und eine Zusammenarbeit mit der Polizei wird die
Aufklärungschance von Straftaten verbessert und somit auch insgesamt eine
abschreckende Wirkung erzielt.
Ein kommunaler Sicherheitsbeirat unter Mitwirkung auch der
Polizei soll die Erfahrungen von Bürgervertretern und Experten zusammentragen,
Kriminalitätsschwerpunkte auflisten und Pläne für präventives Handeln
entwerfen. In diese Aktionen sollen die örtlichen Medien eingebunden werden.
Polizeipräsenz auf den Straßen allein reicht nicht aus, bürgerschaftliche
Hilfe kann der Polizei zuarbeiten. Zur vorbeugenden Kriminalitätsbekämpfung
gehört die Integration von Kindern und Jugendlichen - insbesondere von
Zuwanderern in die Gesellschaft. Für Liberale hat deshalb die Jugendpolitik vor
Ort hohe Priorität.
Vor allem Maintal leidet
zunehmend unter der aus Frankfurt verlagerten Kriminalität. Die Stadt muss sich
dafür engagieren, eine personelle Verstärkung der Schutzpolizei in Maintal zu
erreichen. Gerade die Reform der Polizei durch die Landesregierung bietet hierfür
neue Möglichkeiten, die Präsenz vor Ort zu stärken.
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